Möglichkeiten der Inklusion ausloten

Verein yourplace und CDU-Fraktion im Dialog über neue Ansätze bei Inklusion und Barrierefreiheit

Reichelsheim (hh). „Die Förderung von Inklusion und Barrierefreiheit erfordert kontinuierliche Anstrengungen“, begrüßte der CDU-Fraktionsvorsitzende Holger Hachenburger Reiner Gimbel vom Verein „yourplace – Gemeinsam Handeln, Inklusion Ermöglichen“. Er regte im Gespräch mit den Mandatsträgern der Partei eine überparteiliche Projektgruppe an, die neben Kommunalpolitikern auch Experten aus relevanten Sozial- und Bildungseinrichtungen einbeziehen könnte. Sein Vorschlag: „Reichelsheim zu einem Ort der inklusiven Gemeinschaft zu formen und eine Kultur des Miteinanders zu fördern, in der alle Bürger gleichermaßen teilhaben können.“ Neben dem Abbau physischer Barrieren strebt der Verein auch danach, soziale Hürden zu überwinden und das Bewusstsein für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen zu schärfen.

Im Dialog mit der CDU-Fraktion wurden zentrale Fragestellungen, Handlungsfelder und Ideen für einen Fahrplan zur Verbesserung von Inklusion und Barrierefreiheit ausgetauscht. Ideales Ziel, so Hachenburger, sei die Erstellung eines Bedarfs- und Entwicklungsplans, der mit der Ermittlung der tatsächlichen Notwendigkeiten beginnt. Hierzu legte er ein Arbeitspapier vor, das zunächst die Initiativen seiner Fraktion in den letzten Jahren aufzeigte. Darunter fallen die Digitalisierung städtischer Dienstleistungen und die Erfassung aller nicht-barrierefreien Zugänge zu kommunalen Einrichtungen wie Bürgerhäusern, öffentlichen Plätzen, aber auch Sportstätten und Naherholungsgebieten wie dem Bereich um den Bergwerksee.

Bereits 2023 stellte die Fraktion den Antrag, das Online-Zugangsgesetz voranzutreiben und barrierefreie öffentliche Dienstleistungen anzubieten. Ein positiver Schritt in diese Richtung gehe dabei die kürzlich beschlossene Anschaffung eines Bürgerkoffers, mit dem die Antragstellung bei Dokumenten wie Reisepässen und Personalausweisen zu Hause erfolgen kann. „Vielleicht ein erster Schritt zu einem umfassenderen Projekt ‚Das Rathaus kommt nach Hause‘,“ merkte Hachenburger augenzwinkernd an.

Gerne hätte die CDU auch die städtischen Liegenschaften mit Blick auf die Barrierefreiheit öffentlich wie der städtischen Website gesehen. So könnten Defizite gezielt identifiziert und punktuell Lösungen priorisiert werden. In einer Ausschusssitzung wurden bereits Probleme an Ampelanlagen thematisiert und an Hessen Mobil adressiert. Besonders zukünftige Maßnahmen im Hoch- und Tiefbau erfordern eine kontinuierliche Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Den Worten von Gimbel zufolge engagiert sich yourplace seit 2011 unter dem Leitmotiv „Gemeinsam Handeln, Inklusion Ermöglichen“ aktiv im Wetteraukreis für die Umsetzung inklusiver Maßnahmen. Mit einer starken Präsenz in der Region trägt der Verein bereits maßgeblich zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen bei. Inklusion sei eine Aufgabe, die gemeinsam über Fraktions- und Parteigrenzen hinweg bewältigt werden sollte.

Auch abseits kostenintensiver Baumaßnahmen hat Reichelsheim Inklusionpotenzial: Rainer Gimbel (r.) im Gespräch mit Vertretern von CDU-Fraktion und Magistrat

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