Gesangverein Concordia Dorn-Assenheim probiert neue Formen der Mitgliederwerbung aus
Reichelsheim (hh). “Wir haben uns die Erfahrungen benachbarter Vereine angeschaut, jetzt testen wir die Resonanz auf eine solche Veranstaltung bei uns“ sagt Christel Gast, die Vorsitzende des Gesangverein Concordia. Gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Hildegard Kuhl rührt sie derzeit mächtig die Werbetrommel für Verstärkung durch neue Sängerinnen und Sänger. So berichten sie von einem Schnuppernnachmittag, der als offenes Singen für jedermann in zwangloser Atmosphäre stattfand.
Doch was sich nach einem vergnüglichen Sonntag bei Kaffee und Kuchen anhört, hat einen ernsten Hintergrund. Die Concordia mit ihren aktuell 22 Sängerinnen und Sängern benötigt Verstärkung. Besonders bei den Männerstimmen ist die Lage derart problematisch, da die Anzahl der Sänger über die Jahre massiv geschrumpft ist. Hier zahlt sich aus, dass Chorleiter Tobias Lipka mit Beienheim und Dorheim zwei weitere Vereine ähnlicher Struktur und Repertoires betreut. So können sich die Chöre gegenseitig personell unterstützen.
Lipka war somit nicht nur Dreh- und Angelpunkt des Geschehens. Er schaffte es auch, dass der Funke der Begeisterung auf die Gäste übersprang. “Er machte sich nicht nur im Vorfeld Gedanken“, lobt die Vorsitzende “und brachte mit rund 30 Liedern ein Spiegelbild unseres Repertoires zum mitsingen aufs Papier.“ Der Dirigent begleitete die Stücke am Keyboard und führte als Conférencier durch das Programm. Das habe sich gelohnt, waren sich Gast und Kuhl einig, zumal rund 30 Personen über die Alten Hasen hinaus den Weg ins Pfarrheim fanden. Je nach Notenfestigkeit sangen sie über zwei Stunden kräftig mit, summten interessiert oder lauschten den Melodien neugierig.
Denn Lipkas Auswahl war vielschichtig, aber meist Markenzeichen Ohrwurm. So fand das Nessaja aus dem Musical Tabaluga genauso Gefallen wie die Kulthits der siebziger Jahre á la Mendocino oder Marmor, Stein und Eisen bricht von Drafi Deutscher. Gerade solche Schlager fehlen derzeit auf keiner Kirmes oder Geburtstagsparty und sind auch im jüngeren Publikum wieder populär. “Dementsprechend reicht unser Repertoire von alten Volksliedern bis zur modernen Rock-und Pop Songs“ wirbt die Vorsitzende und verrät: “Momentan proben wir Dancing Queen von ABBA.“
Viele neue Gesichter waren in den Fünfzigern. Eine Zielgruppe, auf die der Verein durchaus aufbauen kann. Jüngere Interessierte fanden sich deutlich weniger ein. Denn junge Menschen für den Chorgesang zu gewinnen sei enorm schwierig. Für Lipka eine Herausforderung, der er mit einem Projektchor zu begegnen versucht. Ein solcher sei für das kommende Jahr geplant. Dabei dreht sich alles über drei Monate lang um das Musical Dirty Dancing. Wer zwischenzeitlich noch mal schnuppern möchte, sollte sich Sonntag, den 24. September notieren. Dann findet der erfolgreiche Nachmittag eine Neuauflage, bei der auch gegrillt werden soll.
So hoffen Gast und Kuhl, dass durch das Veranstaltungsformat die Gruppe ihrer Sängerinnen und Sänger um neue Gesichter bereichert wird. Natürlich sind weitere weibliche Stimmen gern gesehen, die Probleme bestehen aber vordergründig im Tenor, Bariton und Bass – also den klassischen Männerstimmen. “Aber wir können ja nicht auf die Einladung schreiben “Wir brauchen Männer““, sagt Kuhl, um sich dann im nächsten Satz gleich selbst zu widersprechen: “Es ist aber so.“
Übrigens: Die Concordia probt mittwochs um 19:30 Uhr im Pfarrheim, erste Singstunde nach der Sommerpause ist der 23.8.2023.



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