Ein Gespräch mit Schwester Maria Petra nach ihrer Profess
„Es war ein wunderschönes Fest, das immer noch in mir nachklingt“, blickt Schwester Maria Petra auf ihre ewige Profess zurück. Das öffentliche Bekenntnis markiert ihre lebenslange Bindung an Gott und den Orden der Schwestern vom barmherzigen Jesus. „Die Liturgie war unheimlich feierlich, und es war ein starkes Gefühl, so eng mit so vielen Menschen verbunden zu sein, die mir etwas bedeuten und die mich in all den Jahren begleitet haben“, fährt die 29-Jährige fort. Vor ihrer Rückkehr ins Kloster verbrachte sie zehn Tage bei ihrer Familie, um ihre Eindrücke zu reflektieren: „Viele Leute haben mir gesagt, wie sehr sie die Feier berührt hat. Das freut mich unglaublich, denn es bedeutet, dass nicht nur ich mich mehr mit Gott verbunden fühle, sondern hoffentlich auch der eine oder andere der Anwesenden.“
Die ewige Profess ist das Ende eines langen Prozesses, bei ihr waren dies acht Jahre. Jahre der täglichen Prüfung und Jahre, die Frage zu beantworten: „Will ich mein ganzes Leben auf Gott und den Orden ausrichten. Im Gespräch zeigt sie sich als jemand, die ihren Platz gefunden hat: „Jedes Mal, wenn ich darüber nachdenke, spüre ich die Bestätigung, dass ich auf dem richtigen Weg bin.“

Was hat sie dazu inspiriert, dem religiösen Leben beizutreten?
Der Hauptgrund für meinen Klostereintritt war die Berufung von Gott. Im Gelübdeformular heißt es: „Als Antwort auf die Gabe der Berufung…“. Ich wollte mich Gott ganz schenken, da ich viel von Ihm erhalten habe. Zudem faszinierte mich die Ausstrahlung meiner Schwestern, die glücklich und erfüllt wirkten und eine tiefe Beziehung zu Gott hatten – etwas, das ich mir wünschte.
Welche Bedeutung hat der Glaube in Ihrem Leben und wie hat er sich im Laufe der Zeit entwickelt?
Mein Glaube basiert auf der Tradition, in die ich durch die Taufe hineingeboren wurde. Als Kind hatte ich einen festen Glauben an einen „lieben Gott“. In der Pubertät kam jedoch ein Desinteresse an Liturgie und Gebet hinzu. Mit etwa 16/17 Jahren traf ich Menschen, die lebendig mit Gott verbunden waren, und erlebte erste Berührungen Gottes. Diese Phase forderte mich auf, meinen Glauben kritisch zu hinterfragen und ihn zu stärken. Der Umbruch kam mit der Erkenntnis, dass Gott eine Person ist, zu der man eine Beziehung aufbauen kann. Seitdem strebe ich an, Ihn besser kennenzulernen und mich tiefer mit Ihm zu verbinden.
Inwieweit hat sich Ihre Sicht auf die Welt oder Ihre eigene Lebensweise durch den Eintritt in den Orden verändert?
Der Klostereintritt führte zu einem gigantischen Umbruch in meinem Leben! Das Leben im Kloster hat mir nicht nur geholfen, Gott näherzukommen, sondern auch, mich selbst besser kennenzulernen. Das Kennenlernen der Lehre der Kirche, die ich zuvor kaum kannte, bestätigte mein Wertesystem und half, es teilweise neu aufzubauen.
Die Erkenntnis, „wie schön und tief das Lehramt der Kirche ist“ und wie es „voll von Liebe und Respekt für den Menschen“ ist, veränderte meinen Blick auf die Kirche und die Welt.

Welche Aspekte des Ordenslebens bringen Ihnen am meisten Erfüllung und Freude?
Eine schwierige Frage 🙂 Spontan fallen mir ein: die Zeit des Gebets und des Seins nur mit Gott. Das Kloster bietet einen Luxus, den Laien im Alltag nicht haben. Das Wissen, dass das, was ich tue, für Gott und somit auch für andere ist, gibt meinem Leben dauernden Sinn. Am meisten erfüllt mich jedoch das Gefühl, dass ich genau dort bin, wo ich hingehöre, und meinen Platz gefunden habe.
Wie würden Sie Ihre Beziehung zu Gott beschreiben?
„Meine Beziehung mit Gott ist das Allerwichtigste“, das ist auch das Erste, womit jeder Christ Zeugnis ablegt. Je näher ich Ihm komme, desto schwerer fällt es mir, das auszudrücken. Vor Kurzem hörte ich einen Satz: „Es gibt nichts Intimeres als authentisches geistiges Leben.“ Nichts ist tiefer in uns als unsere Beziehung zu Gott, und das macht das Teilen dieser Welt wertvoll.
Können Sie uns von einer Erfahrung berichten, die Ihre spirituelle Reise hin zur Ordensaufnahme maßgeblich geprägt hat?
„Die einschneidendste Erfahrung im Noviziat war eine Beichte.“ Diese Gotteserfahrung war so stark, dass ich Datum und Uhrzeit bis heute weiß. Seit diesem Moment habe ich keinen Zweifel, dass Gott in der Beichte präsent ist und wirkt. Auf meine Sünde und Ratlosigkeit hat Er mit „Sanftheit, Kraft und bedingungsloser Barmherzigkeit“ geantwortet.
Wie zeitgemäß ist das Ordensleben und ein Gelübde der lebenslangen Treue zu Gott und der Gemeinschaft?
Ordensleben ist immer noch hochaktuell und wird diese Aktualität nie verlieren. Gott und die Werte, die mit Ihm zusammenhängen sind unveränderlich, da sonst Gott selbst verändernd wäre. Was Er aber nicht ist. Gott ist der Selbe gestern, morgen und heute.
Die Gelübde, die vielen Menschen schräg vorkommen können, zeigen aber auch darauf hin, dass Gott eine Person ist, dass es bei allem immer um Liebe geht. Das ist der Anfang, der Weg und das Ziel. Wäre Gott nur eine abstrakte Masse oder unpersönliche Kraft, wären meine Gelübde sinnlos und unmenschlich.
Eine letzte Frage: Was fasziniert Sie an den Werten und der Spiritualität speziell dieses Ordens?
Verstehen kommt mit der Zeit. Ich fühlte mich einfach zu ihm (dem Orden) hingezogen. Sogar der Habit erschien mir, bis heute, als der schönste. Mit der Zeit erkannte ich, dass die Barmherzigkeit Gottes das ist, was ich meinem Leben widmen und für die Welt verkünden will. Die Ordenscharisma von Barmherzigkeit und Vertrauen sind meiner Spiritualität sehr nah und dienen mir als die „Brille“, durch die ich die Welt sehen möchte.
Herzlichen Dank für Ihre interessanten und inspirierenden Gedanken!












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