37. öLandesverbandswanderung der Europäischen Volkssportgemeinschaft (EVG) mit internationaler Atmosphäre
Reichelsheim (hh). Ein Deutscher Meister aus der Wetterau, internationale Gäste – und Hitze satt: Die 37. Landesverbandswanderung der EVG Deutschland wurde für viele Wanderfreunde zum besonderen Erlebnis. Ulrich Velte, Vorsitzender der Dorn-Assenheimer Wanderer e.V. hatte mit seinen Vereinskollegen und den Kooperationspartnern VSG Wetterau Echzell und Gut Fuß Bauernheim ein bestens organisiertes Wanderwochenende auf die Beine gestellt. Die Krone dabei sicherte sich die KSG Bönstadt mit dem ersten Platz in der Vereinswertung – und damit dem Titel „Deutscher Meister“ innerhalb des europäischen Dachverbands.
„Ohne euch geht’s nicht“, dankte Hermann Brozat, Vorsitzender der EVG Deutschland, den vielen Helferinnen und Helfern in Küche, Theke, Kontrollpunkten und Streckendienst. Trotz tropischer Temperaturen hatten sich an beiden Tagen etwa 400 Wanderer auf die verschiedenen Routen begeben. „2870 Kilometer wurden erwandert”, resümierte Brozat, “das ist bei dieser Bullenhitze aller Ehren wert.”
Zentraler Motor hinter dem Wochenende war Velte. Dass sich die Gäste auf Anhieb willkommen fühlten, lag besonders an ihm. Dennoch zog er ein gemischtes Fazit. Wir hätten uns mehr Teilnehmer gewünscht – besonders am Samstag. Die Hitze sei für viele ältere Wanderfreunde abschreckend gewesen. „Wäre es kühler gewesen, hätten wir sicher 550 bis 600 Teilnehmer erreicht” und ergänzt verstärkend “selbst bei Regen wären es mehr.” Dafür war der Sonntag mit dem Besuch aus Belgien für ihn ein echtes Highlight. “Das hat uns riesig gefreut, vor allem menschlich. Da sind neue Freundschaften entstanden.“
Gemeint war der Wanderverein Horizon Donk, dessen 78 Teilnehmer nicht nur für internationales Flair, sondern mit ihren neongrünen Poloshirts und eine Stimmung fördernden Lebendigkeit auch atmosphärisch einen Farbtupfer setzten. Dass die Wanderer aus Herk-de-Stad – gelegen auf halber Strecke zwischen Aachen und Brüssel – überhaupt vor Ort waren, war reiner Zufall: Jos Boesmans, Vorsitzender des Vereins, erfuhr bei einem Abstecher nach Limburg während eines Wanderausflugs durch einen Aushang von der Veranstaltung und kommentierte dies lachend: „Das Glück gehört dem Tüchtigen!“
Schmankerl am Rande: Besonders gefiel Boesmans die weite, flache Landschaft in Kontrast zum Waldreichen Belgien. „Dreizehn Kilometer Weitblick – das ist für uns Belgier besonders.“ Mit Bezug auf die 15000 Einwohner von Herk zeigte er sich von dem verhältnismäßig kleinen Reichelsheim mit nur 7000 Einwohnern überrascht. Was Bürgermeisterin Lena Herget süffisant konterte: “Da haben wir mehr Platz zum Wandern.”
Ein großes Lob zollte sie Velte als ihrem Magistratskollegen und seinem Team, die “ehrenamtlich eine umfassende Organisation super gestemmt haben.” Zur Siegerehrung hob sie die Bedeutung des Wanderns hervor: „Einmal mehr wurde deutlich, wie viel Freude das Wandern bereiten kann – ein wunderbares Hobby, das keine Altersgrenze kennt, Alltagsstress abbaut und das Erleben von Natur und Umwelt ermöglicht.“ Selbstverständlich habe auch sie als Schirmherrin der Veranstaltung eine Strecke erwandert.
Bei der Siegerehrung am Sonntag überreichte Brozat gemeinsam mit Herget und Velte künstlerisch gestaltete Wanderfiguren – alles Unikate aus seiner eigenen Werkstatt. Für Herget hatte er als Erinnerung einen besonderen Miniaturbrunnen dabei. Bei den Vereinen sicherten sich neben der KSG Bönstadt die Volkssportfreunde Gießen und Gut Fuß Bauernheim einen Platz auf dem Treppchen.. Der Kleintierzuchtverein Dorn-Assenheim gewann schließlich die Lokalwertung.
Für Velte endete das Wochenende mit einem gemischten Signal: „Die Leute wollen wandern, aber immer weniger in einem Verein. Dabei finden sich gerade hier Geselligkeit und sozialer Zusammenhalt.” Dennoch sei er mit dem Verlauf zufrieden. Die erstmals angebotene 18-Kilometer-Route sei gut angenommen worden, ebenso die kürzeren Alternativen für weniger mobile Teilnehmer. Oder wie es Jos Boesmans auf den Punkt brachte: „Wir waren wirklich sehr froh, dass wir hier waren.“
Zum Foto: Assistiert von Bürgermeisterin Lena Herget (links) und dem Vorsitzenden der Dorn-Assenheim Wanderer Ulrich Velte überreichte EVG Chef Hermann Brozat (vorne) den Siegerinnen und Siegern der einzelnen Wertungen Urkunden und Unikarte aus seiner eigenen Werkstatt. Neben den Auszeichnungen zur Deutschen Meisterschaft und der Lokalwertung der Dorn-Assenheimer Vereine gab es Ehrungen für verdiente Wanderer und den Besten im vergangenen Wanderjahr

Das Foto wurde mir freundlicherweise von Rouven Kötter zur Verfügung gestellt.


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