„Erfahren, wo der Schuh drückt!“

Und wo schon geschnürt wurde: CDU-Ortsbegehung in Beienheim

Reichelsheim. „Der Bahnhof in Beienheim wird den Fahrgästen noch viel Freude – und den städtischen Gremien noch einiges an Kopfzerbrechen bereiten“, begrüßte CDU-Fraktionsvorsitzender Holger Hachenburger die Teilnehmer einer Ortsbegehung durch den zweitgrößten Reichelsheimer Stadtteil. Kommunalpolitik finde nicht nur im Sitzungssaal, sondern vor allem im direkten Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern statt, betonte die Fraktion. Im Fokus standen der Bahnhof, der rundum sanierte Karl-Kempf-Platz sowie Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Unter dem Motto „Wo drückt der Schuh und wo konnte schon geschnürt werden?” konnten Anwohner zudem eigene Anliegen vorbringen.

 „Ein Bahnhof ist die Visitenkarte einer Stadt“, leitete Hachenburger den ersten zentralen Punkt ein. Das sogenannte Planfeststellungsverfahren zur Bahnhofsmodernisierung befinde sich in der finalen Phase, Ausschreibungen würden bereits vorbereitet. Bis Ende 2026 sollen barrierefreie Zugänge, ein elektronisches Stellwerk sowie drei modernisierte Bahnsteige entstehen. Der Haken: Die Verantwortung der Bahn endet am Bahnsteig. Alles Weitere – das Bahnhofsgebäude, der Vorplatz, Flächen links und rechts mit Potenzial für bis zu 80 Parkplätze – liegt in städtischer Hand. „Angesichts der Haushaltslage ist eine vollständige Neugestaltung derzeit unrealistisch“, so Hachenburger. Eine zeitlich gestreckte, reduzierte Variante sei zumindest denkbar.

Ein gemischtes Bild zeigte sich beim Thema Verkehr. Positiv hervorgehoben wurde die Gartenfeldstraße: Versetzte Baumscheiben und eingezeichnete Parkplätze sorgen für Verkehrsberuhigung, ohne Rettungswege oder Busverkehr einzuschränken. Weniger erfreulich ist die Lage am Geschwister-Scholl-Ring: Dauerhaftes Falschparken, fehlende Beschilderung und unklare Flächennutzung führen regelmäßig zu Ärger – und teils gefährlichen Situationen. Ein Anwohner berichtete von einem Vorfall, bei dem ein Heizöl-Lieferant den einzigen Zugang blockierte. „Die Parkflächen müssten klar ausgeschildert und Verstöße sanktioniert werden – aber wohin dann mit den Fahrzeugen, ohne Rettungswege zu blockieren? Letztlich ist das die Quadratur des Kreises, bei der alle etwas nachgeben müssen“, so Hachenburger.

Ein echtes Aushängeschild ist der Karl-Kempf-Platz. Mit 49 Stellplätzen, Grünflächen und einem flexibel nutzbaren Veranstaltungsbereich wurde hier zukunftsweisend geplant. „Wichtig war uns, die Belange der Vereine frühzeitig zu berücksichtigen“, so Hachenburger. Aussagen, die CDU habe den Platz zugunsten eines Hallenanbaus in Dorn-Assenheim hintangestellt, wies er entschieden zurück: „Der Karl-Kempf-Platz war Bestandteil unserer Wahlprogramme 2020 und 2021. Wir wollten lediglich die Haushaltsmittel ins Umsetzungsjahr 2025 verschieben – was am Ende genau so geschehen ist.“ Auch zur E-Mobilität habe die CDU frühzeitig Impulse gesetzt. Im Bereich Hainpfad wurde mittlerweile eine Ladestation durch die OVAG installiert. Verbesserungspotenzial sieht die Fraktion dennoch: So könnte punktuelle Absperrung das Verschleppen von Schotter auf Gehwege verhindern, pflegeleichte Stauden die Grünpflege erleichtern und eine Dränage den Wasserabfluss sichern.

Neben diesen Hauptpunkten kamen auch kleinere, aber nicht minder relevante Themen zur Sprache: etwa unebene Stellen auf den Bürgersteigen Berliner Straße – „Stolperfallen“, die nach der Glasfaserverlegung deutlich reduziert, aber noch nicht alle beseitigt seien. Besonders kritisch wurde die zu enge und niedrige Unterführung zum Sportplatz gesehen. Eine ungelöste Zuständigkeit, gepaart mit schwieriger baulicher Lage und hohen Kosten, lasse hier eine rasche Lösung in weite Ferne rücken.

Das Fazit der CDU: Vieles wurde in den letzten Jahren erfolgreich angestoßen und umgesetzt. Doch ebenso klar ist, dass es noch offene Baustellen gibt – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Kommunalpolitik, so Hachenburger, beginne nicht auf dem Reißbrett, sondern mit dem Blick für die alltäglichen Herausforderungen – am besten direkt vor Ort.


Wo drückt der Schuh und wo wurde schon geschnürt: Mandatsträger der CDU trafen sich mit Interessierten Bürgern zum Rundgang und zu Gesprächen in Beienheim

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