DorfFunk-App: SPD schiebt Riegel vor

CDU-Antrag im Stadtparlament: Kostenloses Tool des Wetteraukreises in Reichelsheim nicht erwünscht

Die DorfFunk-App, was ist das? Hier lohnt der Blick auf den Link der Kreisverwaltung: https://wetteraukreis.de/dorffunk/ueber-dorffunk

Der größte Vorteil: der Austausch von Informationen innerhalb der Community, die bilaterale Kommunikation von Mensch zu Mensch, vereinbaren von Mitfahrgelegenheiten und manches mehr.

Statt meines eigenen Statements veröffentliche ich den Artikel der WZ-Redaktion. Der fasst die Argumente vollumfänglich zusammen.


Reichelsheim verzichtet auf DorfFunk

Reichelsheim (dab). Die »DorfFunk«-App und die dazugehörige Internetseite »DorfNews« sind nach einer Testphase kreisweit freigeschaltet – Reichelsheim wird sich aber nicht daran beteiligen. Das haben die Stadtverordneten beschlossen. Die SPD-Fraktion folgte der Auffassung von Bürgermeisterin Lena Herget (SPD), dass derzeit kein Bedarf bestehe. CDU und Freie Wähler sahen das anders, wurden jedoch überstimmt.

Die »DorfFunk«-App biete die Möglichkeit, Informationen schnell und effizient zu verteilen. Das gelte sowohl für allgemeine Informationen als auch für dringende Mitteilungen der Stadt, argumentierte die CDU in ihrem Antrag. »Die App ist sofort verfügbar, kostengünstig und vom Wetteraukreis empfohlen«, sagte Fraktionsvorsitzender Holger Hachenburger in der Stadtverordnetenversammlung. Sie stelle keine Konkurrenz zu bestehenden Angeboten dar, sondern sei eine Ergänzung. Die App biete einen Zusatznutzen in Bereichen, die bislang nicht abgedeckt seien.

Demnach hatte Bürgermeisterin Herget bereits im Sozial-, Kultur- und Sportausschuss widersprochen. Sie zählte im Stadtparlament erneut auf, welche Kommunikationskanäle die Stadt nutze: von Pressemitteilungen und Stadtzeitung über WhatsApp-Kanal und Homepage bis zu Amtlichen Bekanntmachungen und Aushängen. »Wir sind sehr gut und sehr breit aufgestellt und erreichen unsere Bürgerinnen und Bürger analog und digital«, sagte Herget. »Wir brauchen diese App nicht.« Die einzige Funktion, die zurzeit nicht abgedeckt werde, sei »Biete und Suche«. »Aber das hatten wir schon.« Die Erfahrung sei gewesen: null Klicks. Und für den Austausch der Bürger untereinander gebe es bereits zahlreiche WhatsApp- und Facebook-Gruppen.

Warten auf die App der Ekom21

Herget sprach sich dafür aus, stattdessen die App zu prüfen, die von dem kommunalen IT-Dienstleistungsunternehmen Ekom21 für das Jahr 2026 angekündigt worden sei, »für Kommunen unserer Größe«.

Der Ausschuss hatte sich darauf verständigt, keine Empfehlung abzugeben. Die CDU hatte noch Beratungsbedarf gesehen. Im Stadtparlament sagte Fraktionsvorsitzender Hachenburger nun, die »DorfFunk«-App bringe den Bürgern sehr wohl einen Mehrwert. Als Beispiele nannte er nachbarschaftliche Dienste, kurzfristige Angebote und Mitfahrgelegenheiten. »Was die App der Ekom21 bringt, weiß ich nicht.« Die »DorfFunk«-App könne unterstützend wirken, »wir sehen Bedarf«.

Den machte Hachenburger auch deshalb fest, weil es eine »Einbahnstraße der Kommunikation« gebe. Die bisherigen Kanäle würden aus nur einer Quelle gespeist, nämlich der von Bürgermeisterin Herget. Informationen würden »zentral gesteuert«, kritisierte Hachenburger, obschon sie »perfektioniert« seien. Es fehle ein alltagsnaher Kanal für die Kommunikation zwischen den Bürgern, »für mehr Teilhabe und Vielfalt«.

Auch FW-Fraktionsvorsitzender Cenk Gönül warb für die »DorfFunk«-App. Sie sei mit keinem der anderen Kanäle vergleichbar und habe sich in vielen Ortschaften bewährt. »Schwarze Bretter funktionieren«, sagte Gönül.


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