Zukunft der Fundtierversorgung: CDU-Fraktion stellt umfangreiche Anfrage
Reichelsheim (hh/fgf) Die Reichelsheimer CDU-Fraktion hat für die Stadtverordnetensitzung am 11. Dezember eine umfassende Anfrage zur künftigen Organisation der Fundtierversorgung eingereicht. Hintergrund ist die in einem Pressebericht angekündigte Überlegung des Magistrats, nach über drei Jahrzehnten Mitgliedschaft den Vertrag mit dem Tierheim Wetterau e.V. zu kündigen und stattdessen auf das Tierheim Elisabethenhof bmt e.V. in Dorn-Assenheim zu setzen.
Das Tierheim Wetterau in Bad Nauheim-Rödgen übernimmt seit 1991 für 22 von 25 Kommunen im Wetteraukreis die gesetzliche Pflichtaufgabe der Fundtierunterbringung. Dies gilt auch für Reichelsheim. Das Gebäude ist inzwischen stark sanierungsbedürftig; ein Neubau gilt als unausweichlich. Erste Kostenschätzungen belaufen sich auf rund neun Millionen Euro. Der Wetteraukreis hat angekündigt, bis zu zehn Prozent der Baukosten zu übernehmen. Für Reichelsheim würden aktuell Kosten von rund 300.000 Euro, verteilt über drei Jahre, kalkuliert.
Vor diesem Hintergrund hält die CDU-Fraktion eine umfassende Aufklärung für erforderlich. Eine Festlegung über die zukünftige Mitgliedschaft im Trägerverein oder über alternative Modelle der Fundtierunterbringung soll erst erfolgen, wenn alle relevanten Fakten vorliegen.
Rebecca Menzel, Fraktionsgeschäftsführerin und Initiatorin der Anfrage, betont die Bedeutung einer sorgfältigen Abwägung: „Bevor wir über einen Austritt oder einen Systemwechsel sprechen, brauchen wir eine transparente Gesamtbetrachtung, nämlich finanziell, organisatorisch und rechtlich. Das gilt umso mehr, weil Reichelsheim seit 34 Jahren Teil dieses Verbunds ist.“ Zugleich verweist sie darauf, dass es nicht um eine Bewertung einzelner Einrichtungen gehe: „Gerade in der aktuellen Zeit sind Tierheime wichtiger denn je – das Verantwortungsbewusstsein vieler Menschen nimmt ab, Tiere werden unüberlegt angeschafft. Beide Tierheime leisten wertvolle Arbeit. Uns geht es darum, Verantwortung sorgsam wahrzunehmen und tragfähige Lösungen für die kommenden Jahrzehnte zu entwickeln.“
Um eine belastbare Entscheidungsgrundlage zu schaffen, möchte die CDU insbesondere wissen, wie viele Fundtiere Reichelsheim bislang im Tierheim Wetterau untergebracht hat, welche Kosten aktuell entstehen und welche Verpflichtungen bei einem Neubau auf die Stadt zukämen. Darüber hinaus geht es um das Risiko möglicher Nachschusspflichten, um geprüfte Alternativen, um die rechtlichen Rahmenbedingungen eines Austritts sowie um mögliche Folgen eines Systemwechsels wie zusätzliche Sanierungskosten oder Engpässe beim Elisabethenhof.
Hier die Anfrage, die Antworten werden am 12. Dezember 2025 veröffentlicht.



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