Wenn 17 Kids den Takt angeben

Musikverein Harmonie: Projekttag der Jugend in herausfordernden Zeiten

Reichelsheim (hh). „Das Schönste war, dass jeder auf seine Weise Spaß hatte. Nicht nur musikalisch, sondern vor allem miteinander“, freut sich Jugendleiterin Miriam Guckelsberger vom Musikverein Harmonie Dorn-Assenheim. Gemeint war der Projekttag, den sie nach der Devise Freude an Musik initiiert und vorbereitet hatte. Unterstützt wurde sie von den Vorstandsmitgliedern Steffi Weitz, Andreas Schmidt, Marius Münch, Berthold Schäfer und Helmut Weitz. „Wir hatten einfach schon lange nichts mehr zusammen unternommen. Umso cooler, dass 17 Kids unserer Einladung gefolgt sind.“

Nicht alle Teilnehmenden waren Musikschüler, auch einige Geschwister waren dabei. Die Mischung passte: Unterschiedliche Altersgruppen zwischen sieben und 13 Jahren und verschiedene Lernstände erwiesen sich als ideal für die Rhythmusspiele, die den Tag bestimmten und sofort für Begeisterung unter der lebhaften Truppe sorgten.

Zum Warmwerden diente ein Kennenlernspiel, bei dem sich die Kinder gegenseitig ausfragten. Schon hier zeigte sich das Konzept des Tages: Neben Spiel und Spaß waren Konzentration, Teamwork und vor allem Rhythmus im Blut gefragt.

Die Jüngeren tauchten in Spiele mit Reimen und viel Body-Percussion ein. Damit ist das Klatschen auf Hände, Schenkel, Brust, Po und sogar gemeinsam mit dem Gegenüber gemeint. Altersübergreifend kamen Boomwhackers zum Einsatz, bunte Schlagröhren aus Kunststoff. Die Älteren wagten sich an sogenannte Cup-Songs, unterstützt durch Bilder und Videos. Mit Bechern, Händen, Füßen und Tischplatten entstanden so rhythmische Muster zu bekannten Weihnachtsliedern wie „Lasst uns froh und munter sein“ oder „Merry Christmas Everyone“.

Zwischendurch durften alle ein Blasinstrument ausprobieren und „Alle meine Entchen“ auf Wasserflaschen spielen – ein Spaßfaktor mit leuchtende-Augen-Garantie. Gemeinsame Spiele und ein Hotdog-Mittag rundeten das Programm ab. Auch wenn der Tag den Kindern sichtbar gefallen hat, arbeitet der Verein unter herausfordernden Bedingungen.

Der langjährige Vorsitzende und Ausbilder Helmut Weitz brachte es mit einem vorsichtig positiven Ausblick auf den Punkt: Zurzeit gibt es eine Blockflötengruppe mit vier Kindern. „Im Februar 2026 starte ich einen neuen Blockflötenkurs“, so Weitz. Im Frühjahr hatten sechs Kinder ihre Kurse abgeschlossen, drei möchten nun auf ein Blasinstrument umsteigen. Doch geeignete Ausbilder fehlen. „Weil viele beruflich eingespannt sind und externe Musiklehrer schwer zu finden sind, wollen wir im neuen Jahr Kontakt zu Musikschulen aufnehmen“, erklärt er. Gelingt das, sollen Kinder wieder gezielt Instrumente ausprobieren können. Aktuell lernen zwei Kinder Waldhorn, eines Trompete und eines Schlagzeug.

Für Miriam Guckelsberger sah der Tag viele Gewinn. „Es ist einfach schön, mal Zeit in einem anderen Rahmen als den Übungsstunden zu verbringen. Da entstehen Gespräche, die sonst so nicht stattfinden und die Kinder und Jugendlichen realisieren: jeder kann Musik machen, auch ohne ein Instrument zu spielen.“


Harmonie-Vorsitzender, Dirigent und jetzt Lehrer: Im Boomwhacker-Unterricht zeigt Andreas Schmidt den Kindern, wie sie mit bunten Kunststoffröhren spielerisch Schlagrhythmen erzeugen können
Das Highlight eines jeden Jugendtages ist das Ausprobieren der Instrumente: Hier zeigte Berthold Schäfer Funktion und Klang bis Tenorhorns

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