Mathematik kann grausam sein. 2018 sei 1318 + 700 – logisch. Doch 2003 ist plötzlich nicht 2018 – 15, sondern 2018 + 65. 2028 wiederum nicht 2018 + 35, sondern 2018 + 75. Und 2035? Keineswegs 2018 + 17, sondern 2018 + 300. Irgendwo verschwindet also ein Wert, vermutlich gemeinsam mit der Logik im Bergwerksee. Seit Pythagoras’ Satz und den Zahlen der Herren Archimedes (π), Euler (e) und der komplexen Zahl i weiß man: Fehlt etwas, braucht man einen Anpassungsfaktor. Hier betritt Herbert Schmidt die Bühne – Stromproduzent a. D., Lokalhistoriker und Mann mit beneidenswert viel
Dachbodenzeit.

Schmidt entdeckte noch vor der 700-Jahrfeier 2018, dass Dorn-Assenheim nicht 1318, sondern bereits 1253 gegründet wurde. Wumms! Zum Glück war alles schon abgerechnet und bezahlt. Mit etwas Gras über der Sache sollten 2028 die Korken zur 775 Jahr-Feier knallen. Sollten. Denn in Sherlock Schmidts Akten knarzte es weiter: Doppel-Wumms! Ein neues Datum tauchte auf – 1035. Demnach hätten wir 2018 stolze 983 Jahre feiern müssen; 2035 stünde das Millennium an.
Die Wissenschaft reagierte prompt: Der Anpassungsfaktor heißt nun h – für Herbert, formell auch h(DA). Ein Dorn-Assenheimer Herbert beschreibt damit exakt das Gefühl, zwischen zwei Festivitäten um 100 Jahre gealtert zu sein. Wumms.


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